Schon was vor heute? Oder diesen Monat? Oder dieses Jahr? Spürst du eine starke Motivation, etwas zu verändern? Diese Übung kann dir dabei helfen, deine Ideen in konkrete Ziele umzuwandeln.

Ein neues Jahr ist wie ein leeres Blatt Papier. Entscheide dich, wie du es füllen willst. Behalte den Stift in der Hand, schreib das neue Kapitel selbst. Noch haben wir viele Möglichkeiten, wie wir es füllen möchten, von Farbklecksen bis zur wissenschaftlichen Abhandlung.

Ziele erreichen: Weisst du, was du willst?

So ein leeres Blatt kann begeistern oder ängstigen. Manchmal wissen wir gar nicht so recht, was genau wir wollen. Wir wissen bestenfalls, was wir nicht wollen. Nicht mehr. Nie mehr. Das ist ein Anfang.

Vielleicht steckst du noch in der Traumphase: «Irgendwann werde ich …» Das macht eine Zeitlang richtig Spass. Mit der Zeit verflüchtigt sich der Traum – ausser, du wandelst ihn ein konkretes Ziel um, dass du Schritt für Schritt angehst.

Grosse und kleine Ziele

Ein erster Schritt ist, die Ziele aufzuschreiben. Alle. Die grossen und kleinen, die nahen und die fernen. Was willst du erreichen? In was möchtest du deine Zeit und eine Energie investieren? Nimm ein Blatt Papier – oder nutze dein Journal – und teile die Seite in zwei Spalten. Eine Spalte für «private Ziele», eine für «Business-Ziele».

Schreib in jede Spalte all deine Ziele auf. Egal was. Zum Beispiel: Ein Buch schreiben, 93 Kunden gewinnen, nach Vietnam reisen, einen Workshop organisieren, fünf Kilo abnehmen, ein Haus bauen.

Ehrenamtlich arbeiten, einen Rosengarten anlegen, einen Vortrag vor 300 Menschen halten, Aikido lernen, den Bruder anrufen, jede Woche eine Podcast-Folge herstellen, ein Geburtstagsgeschenk für die Mutter organisieren, jeden 1. Freitag im Monat für Freunde kochen, den Keller entrümpeln …

Hör nicht auf zu schreiben, bis du das Gefühl hast, alles Wesentliche in den zwei Spalten erfasst zu haben.

 

Zeit-Investment
Nun nimm ein zweites A4-Blatt oder beginn auf einer neuen Seite. Teile die Seite mit einem Stift in vier untereinanderliegende Bereiche. Beschrifte die vier Abschnitte so, von oben nach unten: In 4 Jahren In 3 Monaten In 2 Wochen In 1 Tag Nun nimmst du einer deiner Ziele-Spalten, entweder die mit den privaten oder die mit den geschäftlichen Zielen.

Fülle deine Ziele in die entsprechenden Zeitfelder.
Was möchtest du in drei bis fünf Jahren erreicht haben?
Was kannst du in drei Monaten bewirken?
Was willst du bis in zwei Wochen erledigt haben?
Was nimmst du gleich heute an die Hand?

Hast du alle Ziele übertragen, schau sie dir nochmals an. Sie sind tatsächlich die Zeit und den Aufwand wert? Was sagt dein Gefühl, wenn du das Ziel liest? Verdienen diese deine Beharrlichkeit? Deine Begeisterung? Wenn nein, streich sie durch.

Dann schau dir die übrig gebliebenen Ziele in jedem einzelnen Feld nochmals an. Welches spricht dich am meisten an? Was liegt dir wirklich am Herzen, was interessiert dich leidenschaftlich? Markiere dieses Ziel. Unterstreich es in einer anderen Farbe, setz ein Sternchen davor oder ein dickes Ausrufezeichen dahinter. Das ist deine persönliche Priorität.

Was bringt dir die Übung?

Durch das Aufschreiben hast du deine Ziele vor dir selbst klar dargelegt

Durch das Durchstreichen konntest du Ballast abwerfen.

Durch das Aufteilen in die einzelnen Zeitfeldern hast du deine Ziele in ein strukturiertes Zeitraster gesetzt: kurzfristig, mittelfristig, langfristig. Kurzfristige Ziele, zum Beispiel Kino-Tickets für den Filmabend mit deinen Freunden reservieren, kannst du direkt angehen.

Bei mittel- und langfristigen Zielen lohnen sich Zwischenziele. Sind sie erreicht, hast du einen Grund zum Feiern und die Motivation bleibt erhalten. Mit Zwischenzielen kannst du auch herausfinden, ob du wirklich Freude an der Sache hast, ob sie wichtig genug ist, ob sich das grosse Ziel tatsächlich lohnt.

Durch das Festlegen deiner persönlichen Priorität sinkt das Risiko, dich zu verzetteln. Du kannst dich intensiv deinem Ziel widmen. Du kannst deine Aufmerksamkeit klar ausrichten. Das allein macht schon Freude. Und Freude ist immer ein Gewinn.

Foto:Rommel Davila, Unsplash