10 Tipps, wie du mit deiner Pressemitteilung in die Medien kommst

Mit dem eigenen Business von der Presse als Fachperson wahrgenommen zu werden, das wünschen sich viele Firmen und Expertinnen und Unternehmer. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Redakteurin habe ich dir zehn handfeste Praxistipps für Pressemitteilungen zusammengestellt, damit deine Erfolgschancen steigen.  

«Die Zeiten haben sich geändert», erklärte mir kürzlich eine PR-Fachfrau seufzend an einer Messe. «Für unsere Kunden machen wir bis zu 2000 Presseaussendungen, und es passiert – nichts.»  

Ich kenne die andere Seite. Als Redakteurin wirst du von Pressemitteilungen überschwemmt. Die meisten landen bereits nach dem Lesen der Betreff-Zeile im virtuellen Papierkorb. Zu den Hauptgründen gehören:

  • Es ist ein Massenversand, bei dem es nur ums Verkaufen geht.
  • Das angebotene Produkt/die angebotene Dienstleistung passt nicht mal ansatzweise in die Publikation, an die das Mail geschickt wurde.
  • Der Absender wirkt nicht vertrauenswürdig.
  • Schlechtes Timing Es ist nicht sofort ersichtlich, um was es geht.  

Grundsätzlich sind Redaktionen an Input von aussen interessiert. Sie sind sogar darauf angewiesen, weil sie «Geschichten» suchen. «Geschichten» bedeutet: Es geht nicht nur um ein Produkt, sondern um die Menschen dahinter. Das ist deine Chance.  Aus meiner Praxiserfahrung habe ich dir zehn Grundlagen-Tipps zusammengestellt, wie deine Erfolgsaussichten steigen, als Fachperson in die Medien zu kommen.

1. Bin ich hier richtig?

Welche Publikationen lesen deine Wunschkunden? Mach eine Liste, vom kleinen Lokalblatt bis zum Hochglanzmagazin mit hoher Auflage, Online und Print. Überleg dir auch, welche Sendungen sie sich am Fernsehen ansehen und am Radio anhören.

2. Auch kleine Fische zählen. 

Die meisten möchten gleich in die grossen Magazine mit der riesigen Reichweite. Versuch es etwas bescheidener. Auch das bringt dir Renommee. Je nach Angebot können das Lokal- oder Regionalmedien sein, oder natürlich Fachmedien.

3. Denk nicht ans Verkaufen.

Du schreibst keine Werbeanzeige. Du schreibst eine Mail in der du den Empfänger davon überzeugten willst, dass du eine Expertin auf deinem Gebiet bist. Bleib nüchtern im Ton, überzeuge mit Qualität. Finger weg von Adjektiven wie «sensationell», «einmalig» oder «unwiderstehlich». 

4. Steig gezielt ein.

Schick nicht an alle Medien die gleiche Mail mit dem gleichen Betreff und dem gleichen Einstieg. Mach Kategorien. Frag dich: Welche Betreffzeile könnte zum Beispiel Regional-Medien ansprechen? Welche Frauen-Magazine? Fachmedien? Welcher Blickwinkel passt? Wann ist der richtige Zeitpunkt?  

5. Wer ist die Ansprechperson?

Wirf einen Blick ins Impressum der Publikationen. Wenn du Glück hast, sind die Namen und Mail-Adressen aller Redakteurinnen und Redakteure aufgelistet. Schreib gezielt die zuständige Person an. Manchmal ist aber nur eine einzige Mail-Adresse angegeben. Sie ist immer nur eine Notlösung. Erfolgsversprechender ist, bei der Redaktion anzurufen, beim Sekretariat oder der Redaktionsassistenz. Frag, wer für deinen Themenbereich oder deine Region zuständig ist und lass dir die Mail-Adresse geben. Wiedersteh der Versuchung, gleich mit der zuständigen Person sprechen zu wollen. Den Grund dafür liest du unter Punkt 8 ;-).

 

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6. Warum jetzt?

Feiertage. Gedenktage. Jubiläen. Einmalige Events. Jahreszeiten. Gibt es einen aktuellen Anlass, der dein Angebot gerade jetzt interessant macht? Im Gesundheitsbereich können das zum Beispiel Themen sein wie die Heuschnupfen-Saison oder die Erkältungszeit. Im Technikbereich vielleicht ein neues Tool, mit dem noch kaum einer umgehen kann. Versuch einen aktuellen Aufhänger zu finden. Wirf auch einen Blick auf die Webseite der Publikation und such die «Mediadaten». Dort sind die Anzeigentarife gelistet. Aber manchmal steht dort auch, wann Sonderausgaben zu einem bestimmten Thema geplant sind. Wenn nein: Frag bei der Anzeigen-Abteilung nach.

7. Sei deiner Zeit voraus.

Ich habe vor etlichen Jahren für ein Magazin gearbeitet, bei dem wir in der grössten August-Hitze die Weihnachtsausgabe geplant haben. Das nennt sich «Vorproduktion». So lange Zeiträume sind nicht die Regel, doch die Planung der nächsten Sendung, der nächsten Ausgabe, läuft Wochen bis Monate im Voraus. Rechne eine grosszügig bemessene Vorlaufzeit bei deiner Kontaktaufnahme ein und trau dich ruhig, zwei Wochen später nochmals eine Mail zu schicken. In der Masse geht schon mal eine Information unter.

8. Biete einen Mehrwert. 

Egal ob gross oder klein: Ein knappes bis sehr knappes Zeit- und Geldbudget gehört zur gelebten Realität der allermeisten Redaktionen (Da Zeitdruck die Regel ist, bringt es auch nichts, die Ansprechperson am Telefon überzeugen zu wollen). Daher sind Presseprofis dankbar für Texte, die genau zu ihrem Medium passen und zumindest von der Struktur her übernommen werden können. Das geschieht am ehesten, wenn dein Text einen Neuigkeitswert und/oder einen Nutzwert für die Leser hat, ähnlich wie bei Blogbeiträgen Zum Beispiel: Eine Hundeschule erklärt im Regionalblatt rechtzeitig vor der Sommerferienzeit, was man beachten muss, wenn der Wauwau mit in den Urlaub soll. Oder: Eine neue Studie der renommierten XY-Universität zum Thema gesunde Ernährung ist erschienen. Eine Online-Ernährungsberaterin erklärt in einem Frauen-Magazin, wie man die neuen Erkenntnisse konkret in der Alltagsküche umsetzen kann.

9. Zeig den Menschen dahinter.

Erzähl immer auch etwas über dich als Person. Was fasziniert dich am Thema? Wie bist du Expertin geworden? Was hat dich geprägt? Für wen ist dein Angebot?

10. Mach es den Presseprofis einfacher. 

Weil Zeit und Geld immer knapp sind, möchten die Redaktionen schnell die relevanten Informationen zu einer Person finden. Setz daher deutlich sichtbar den Link zu deiner Webseite in die Mail, durchaus auch mehrmals. Geh davon aus, dass vor allem deine über-mich-Seite interessiert. Ist sie aktuell? Hat es dort ein gutes Foto von dir? Apropos Foto: Hilfreich ist immer auch, wenn du der Redaktion auf Anfrage ein professionelles Bild von dir mailen kannst, in genügend hoher Auflösung. Vielleicht hast du sogar eine Infografik kreiert, die genutzt werden darf? Und nicht zuletzt: Schreib deine Kontaktdaten in die Mail. So banal das klingt, es wird erstaunlich oft vergessen.

Foto: Clarisse Kenion

 

In meinem Blog veröffentliche ich regelmässig praxistaugliche Tipps und Motivations-Kicks.

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