Hat dir deine Schreib-Muse mal wieder die Freundschaft gekündigt? Sitzt du ewig an einem Text? Kämpfst du mit jedem Wort und jedem Satz? Eine Schreibblockade erwischt jeden mal. Diese fünf Tipps helfen, dem Schreibfrust ein Ende zu bereiten.

Ein dickes Massivholzbrett. Stabile Eiche. So ein Brett hatte ich vor dem Kopf, als ich bei meinem ersten journalistischen Praktikum einen Bericht über Teppiche schreiben sollte. Teppiche! Wahrlich nicht sonderlich kompliziert. Doch ich kaute ewig an dem Textchen herum.

Schreibblockaden erlebte ich auch später immer mal wieder. Fast alle, die regelmäßig an und mit Texten arbeiten, kennen solche Phasen. Dann scheint es, als würden die Worte Wiederstand leisten: Sie wollen sich nicht zeigen. Noch viel weniger wollen sie sich zu Sätzen verbinden. Schon gar nicht zu Sätzen, von denen man beim Durchlesen sagt: «Klug! Witzig! Genau so wollte ich es ausdrücken!» Doch gegen solche Schreib-Hemmungen können wir etwas machen.

Schreibblockaden-Tipp Nr. 1. Schick deine innere Miss Perfect in die Wüste!

Oft stehen uns die eigenen Ansprüche im Weg. Dein Text soll clever sein und hilfreich und unterhaltsam und tiefschürfend und … und … Die Angst, nicht gut genug zu sein, lähmt – auch beim Schreiben. Dahinter stecken oft hartnäckige Selbstzweifel oder alte Glaubensätze wie «Ich kann sowieso nicht gut schreiben», doch niemand erwartet von dir DEN perfekten Text. Deine Leser wollen keine enzyklopädische Abhandlung, sie möchten einen authentischen und lebendigen Text lesen, der deinen persönlichen Blickwinkel auf das Thema zeigt.

Was hilft? Schreib wild drauflos!

Das so genannte Freewriting kann helfen, eine Blockade zu lösen, weil du dabei keinerlei Ansprüchen genügen musst. So geht es: Stell einen Timer auf fünf Minuten ein. Schreib in diesen fünf Minuten alles auf, was dir durch den Kopf geht, egal wie sinnlos oder belanglos es dir erscheinen mag. Achte nicht auf Formulierungen oder Grammatik.

Vielleicht wirst du dabei plötzlich feststellen, dass du still vor dich hin grinst, weil es Spass macht – Perfekt!

Schreibblockaden-Tipp Nr. 2: Everybodys Darling? Vergiss es!

Sitzt dir dein strenger Deutschlehrer bis heute im Nacken? Oder die Dozentin, die Wert auf wissenschaftlich korrekte Formulierungen legte? Hat dich deine Oma immer gelobt, weil du so viele schöne Adjektive in deine Aufsätze eingebaut hast? Du kannst nicht allen Ansprüchen genügen. Du kannst es nicht allen recht machen. Versuchst du es trotzdem, wird dein Text beliebig, langweilig und schwammig. 

Was hilft? Schreib nur für eine Person. 

Stell dir beim Schreiben eine einzige Person vor, an die du den Text adressierst. Frag dich, für wen genau du den Blogbeitrag oder den Newsletter schreibst. Stell dir zum Beispiel deine Lieblingskundin vor. Was hilft ihr weiter? Was muss sie wissen? Was möchtest du ihr in deinen Worten sagen? Das braucht am Anfang etwas Überwindung, doch es lohnt sich.

Hab beim Schreiben den Mut, deinen Erfahrungen, deinen Worten und deinem Stil zu vertrauen.

Schreibblockaden-Tipp Nr. 3: Blick über den Tellerrand 

Seit einer gefühlten Ewigkeit sitzt du an deinem Schreibtisch. Du schreibst zehn Worte, du löscht sie wieder. Du starrst verdrossen auf den Laptop-Bildschirm. Du nimmst einen neuen Anlauf, schreibst diesmal zwei ganze Sätze – um sie erneut verschwinden zu lassen … 

Was hilft? Geh Kaffee trinken.

Abstand und Anregungen von Außen helfen, einen neuen Blick auf einen Text zu bekommen. Pack deinen Laptop ein und geh damit in ein Café. Schreib auf dem Balkon oder in der Küche weiter oder schau dir an, was andere zu dem Thema geschrieben haben: Was gefällt dir daran? Was gefällt dir nicht? Gerade das „gefällt mir nicht“, kann dir einen Schreibschub geben. 

Gibt es eine Autorin, deren Schreibstil du besonders magst? Lass dich auf ein Gedankenspiel ein: Wie würde sie an den Text herangehen? Und nicht zuletzt: Frag dich, ob du wirklich über dieses Thema schreiben willst oder ob du meist, darüber schreiben zu müssen. Diese „ich muss“ kann lähmend sein. Dann lass es lieber oder suche dir im „Pflichtstoff“ einen Aspekt, der dir Spaß macht.

Schreibblockaden-Tipp Nr. 4: Mach dir Druck 

Bei Journalisten ist es eine weitverbreitete Unsitte: Texte werden immer erst auf den allerletzten Drücker fertig. Ich kenne das Phänomen aber auch von meinen Kundinnen: Das Schreiben des nächsten Blog-Beitrags, der Arbeitsblattes oder der neuen Landing-Page wird immer wieder hinausgezögert. 

Was hilft? Schreiben nach Plan! 

Mach dir einen Plan für die nächsten drei Monate, bis wann genau du welche Texte fertig geschrieben haben willst. Trag die Termine verbindlich in deinen Kalender ein. Blockiere dort auch gleich fixe Schreibzeiten, aber plane die Zeitblöcke nicht zu knapp ein.

Wie wäre es zum Beispiel mit jeden Dienstag-Vormittag zwischen neun und zwölf Uhr? Unser Gehirn braucht Anlaufzeit bis es in den „Schreibmodus“ kommt. Halt dich an deine Schreibzeit, aber – ganz wichtig – mach dabei Pausen. Steh alle 50 Minuten vom Schreibtisch auf, reck und streck dich, trink ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee, geh ein paar Schritte. 

Schreibblockaden-Tipp Nr. 5: Bleib auf deiner Spur! 

Du bist ein Experte in deinem Bereich. Du weißt extrem gut darüber Bescheid, kennst alle Aspekte, die zur Lösung eines Problems beitragen, aber eim Schreiben kann uns dieses Fachwissen im Weg stehen. Es verleitet dazu, auf Nebenschauplätze abzuschweifen. Wir geben noch Dies und Das und Jenes zu bedenken, kommen von Hölzchen auf Stöckchen. Das macht den Text schwerfällig und unübersichtlich.

Was hilft? Trau dich, es einfach zu machen.

Überleg dir ein Thema für deinen Text. EINES! Stell dir vor jemand fragt dich: «Worüber schreibst du?». Wie erklärst du diesem fiktiven Gegenüber in drei Sätzen den Inhalt deines Textes? Wenn du es nicht in wenigen Sätzen erklären kannst, ist es zu kompliziert.

Zum Beispiel:
Du bist Aufräum-Coach und beschränktest dich in deinem Blog auf „Die sieben besten Tipps für einen aufgeräumten Schreibtisch.

Als Lauf-Coach präsentierst du in deiner kostenlosen Anleitung „Die drei besten Dehn-Übungen nach dem Laufen und warum du sie nicht weglassen solltest.“

Du bist Expertin für mentale Geburtsvorbereitung und stellst in deinem Text eine einzige Technik gegen Ängste, Panik und Sorgen in der Schwangerschaft vor. 

Das reicht. Das ist gut genug. Dein Text ist reif für die Veröffentlichung. Schick ihn mit einem virtuellen Kusshändchen in die große weite Welt. Vertraue darauf, dass er seinen Weg macht.

Foto: Steve Johnson, Pixabay

Was hilft dir, wenn du mit einer Schreibblockade kämpfst?

Ich freue mich, wenn du deinen Tipp im Kommentar teilst!

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