Positionierung: Rahmen statt Dramen

Im eigenen Business möchten wir völlig selbstbestimmt arbeiten. Grenzen setzen klingt daher nach Freiheitsverlust. Um deine einzigartige Nische zu definieren, braucht es aber eine klare Positionierung, auch wenn es vielen extrem schwer fällt. Was hilft? Gib dem Baby einen anderen Namen und nutze deine Vorstellungskraft.

Sich nicht mehr an die Vorgaben eines Arbeitsgeber halten müssen. Alles selber bestimmen, vom Logo über die Arbeitszeit bis zum Angebot. Ein tolles Gefühl. Von solchen Freiheiten hast du lange geträumt. Daher sprudeln die Ideen nur so, deine Kreativität schlägt Purzelbäume.

Geniess den Moment. Schreib all deine Ideen unbedingt auf, vielleicht sind sie dir später noch von Nutzen – und triff eine Auswahl. Eine eng begrenzte Auswahl. Das sorgt bei vielen erst mal für Bauchweh, wie ich von Kundinnen und Berufskollegen höre. Mir selbst ging es genauso. Ich tat mich unendlich schwer damit, mich festzulegen.

Eine Auswahl treffen, heisst sich abgrenzen. Das heisst «nein» sagen: zu Möglichkeiten, zu potenziellen Kunden, zu spannenden Themen. Das ruft oft Ängste hervor. Angst, zu wenig zu verdienen. Falsch zu entscheiden. Arrogant zu wirken. Auszugrenzen. Jemanden aus dem engen Umfeld vor den Kopf zu stossen. Angreifbar zu werden. Zu viel zu wollen.

Doch es geht nicht ohne. Stell dir einen Tropfen Farbe vor, der in ein Glas Wasser fällt. Im ersten Moment ist er noch klar erkennbar, dann verwischen sich die Konturen und er löst sich ganz auf. Er wird unsichtbar. Nicht mehr fassbar.

In meinem Blog veröffentliche ich regelmässig praxistaugliche Tipps und Motivations-Kicks.

Um als Fachfrau wahrgenommen zu werden, musst du für deine Kunden fassbar sein. Dich abgrenzen gehört zum Reifeprozess deiner Business-Idee. Diese Grenze ist weder ein Stacheldraht-Zaun noch eine dicke Mauer. Stell dir vielmehr ein Rahmen vor, einen sehr persönlichen Rahmen.

Diesen Rahmen gestaltest du selbst. Du bestimmst, ob quadratisch, rechteckig oder oval. Ob aus massivem Holz oder filigranem Metall. Elegant oder verspielt. Farbenfroh oder schwarzweiss. Barock oder puristisch. Kannst du den Rahmen für dein Business mit allen Details beschreiben? Wie genau sieht er aus? Wie gross ist er? Wie fühlt sich die Oberfläche unter deinen Fingern an? Mit oder ohne Schnörkel?

Siehst du deinen Rahmen? Gefällt er dir? Dann setz ein Bild in den Rahmen. Ein Bild von dir selbst. Ein Bild, das genau du DIESEM Angebot passt. Wo genau befindest du dich auf diesem Bild? Bist zu allein zu sehen? Was sieht der Hintergrund und die Umgebung aus? Was tust du? Wie wirkt dein Gesichtsausdruck?

Dein Rahmen muss nicht für die Ewigkeit halten. Wenn die Zeit reif ist, wirst du ihn austauschen. Bis dahin hilft er dir, dich in Szene zu setzen. Als Unikat mit Ecken und Kanten. Vielleicht ein bisschen schräg. Aber einzigartig!

Foto: Jessica Ruscello

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