Es musste erst richtig schlimm werden, bis es richtig gut wurde: Elisabeth Engel aus Dreieich bei Frankfurt am Main hat sich nach einem Burnout mit 53 selbstständig gemacht. Heute zeigt sie Frauen, wie sie neue Horizonte erschaffen und ihrem Herzensweg folgen.

Elisabeth, du hast dich mit 53 selbstständig gemacht. Warum erst dann?

«Das kam durch meine intensive persönliche Entwicklung und das finden meiner Berufung. Genau genommen ist dies meine dritte Selbstständigkeit. Die ersten beiden Male war ich noch nicht voll auf meinem Weg, es war nicht wirklich das richtige für mich. Jetzt kommt es aus dem Herzen. Ich lebe meine Berufung und meine Arbeit erfüllt mich vollkommen.»

Was machst du heute?

«Ich bin Energy Coach für smarte sensitive Business-Frauen. Im Gespräch mit meinen Kundinnen finden wir heraus, was sie wirklich wollen. Ich löse Blockaden auf, die sie daran hindern, ihrem Herzensweg zu folgen. Das setzt ganz viel positive Energie frei. Sie gewinnen Klarheit, kommen ins Tun und folgen ihrem Herzensweg.

Warum gerade dieses Angebot?

«Das hat mit meiner eigenen Geschichte zu tun. Ich arbeitete zuvor als sehr engagierte Vorstandsassistentin mit unzähligen Überstunden. Hinzu kam oft Mobbing und Bossing, was mich extrem viel Energie kostete. Mein Kopf war auf «durchhalten, durchalten» programmiert und ich arbeitete bis zum Umfallen. Ein schweres Burnout war die Folge und ich war ein ganzes Jahr krank. In einer kognitiven Verhaltenstherapie lernte ich, was mich so sehr angetrieben hatte, und ich räumte innen vollkommen auf. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Heute folge ich meinem Herzensweg und begleite andere Frauen, diesen Weg zu finden.»

Weshalb hast du dich dann für eine Selbstständigkeit entschieden? 

«Nach der Therapie entdeckte ich meine Hochsensibilität, was mir noch mal so viele Antworten gab. Dann fand ich die Ausbildung zum zertifizierten Coach mit Spezialisierung auf Hochsensibilität und Hochbegabung. Ich wusste genau, DAS will ich machen. Ich wollte nicht zurück ins Büro. Direkt nach meiner Coach-Ausbildung machte ich mich selbständig und legte los. Das war der Weg in meine Berufung.»

Hat von Anfang an alles geklappt?

«Ich buchte erst mal einen Marketing-Kurs, um Kunden zu finden, und war damit erfolgreich. Während der Zusammenarbeit mit meiner allerersten Kundin stellte ich fest, dass sie Therapiebedarf hatte, und ich beendete das neunmonatige Coaching nach vier Wochen. Eine zweite Kundin, die ein Halbjahres-Coaching buchte, sagte ab. Da fiel ich erst mal in ein grosses Loch. Ich fragte mich, warum ich solche Menschen anziehe und verlor den Antrieb.»

Wie ging es weiter?

«Ich fühlte mich in meiner Wohnung nicht mehr wohl. Es sollte außen genauso wundervoll aufgeräumt sein wie innen. Also buchte ich einen Kurs für Ordnung und Loslassen. Ich kam so in Fahrt, dass ich mein Business fünf Monate ruhen ließ und aufräumte im großen Stil. All die Dinge, in denen noch die alte Energie steckte von «Ich schaffe das nicht» oder «Wie soll ich das hinkriegen?» wollte ich nicht mehr und ließ sie los.»

Was wolltest du stattdessen?

«Ich wollte Leichtigkeit und Fülle in meinem Leben. Nach dem Entrümpeln und Entsorgen gingen auch die alten Möbel und ich kaufte neue. So schuf ich mir nach und nach mein Happy Headquarter und mein Happy Home. Ich machte dem Erfolg Platz und gab dem Neuen viel Raum. Es war ein ganz neues Arbeitsumfeld zum absoluten Wohlfühlen und erfolgreich sein. Das hat einen sehr starken Einfluss darauf, wie wir uns fühlen und was wir erschaffen. Es hilft auch, die richtigen unternehmerischen Entscheidungen zu treffen. Dann suchte ich mir für meinen Business-Aufbau Unterstützung.»

Welche Form von Unterstützung?

«Ich wollte einen professionellen Mentor und Coach, der mich ein ganzes Jahr begleitet. Ich wollte eine Mastermind-Gruppe und einen Business-Buddy. All das fand ich in einem tollen Business-Programm alles auf einmal und buchte es sofort. Wenn wir unser Business aufbauen, ist es entscheidend, dass wir Menschen um uns haben, die auf demselben Weg sind wie wir.»

Hat sich die Investition gelohnt?

«Ja, sehr. Ich habe sehr viel gelernt und lerne täglich dazu. Entscheidend ist die eigene Sichtbarkeit, sich am Markt zu zeigen. Und mentale Hürden aus dem Weg zu räumen, was das Geld verdienen betrifft. Das geht ganz vielen Menschen so, die frisch in die Selbständigkeit starten. Oft sind die Preise zu Beginn zu niedrig.»

Wie hast du die passenden Kunden für dein Angebot gefunden?

«Ich habe von Offline- zu Online-Coaching gewechselt und 100 Speed-Coachings angeboten. Die ersten 20 waren kostenfrei, die nächsten für einen kleinen Preis. Als ich sah, welch wundervolle Transformation meine Kundinnen in diesen 30 Minuten erlebten, gab mir das so viel Selbstvertrauen. Das war für mich ein grosses Erfolgserlebnis und motivierte mich total. Zwei Monate später war ich das erste Mal ausgebucht. Mit dem Bewusstsein, was meine Arbeit bewirkt, wuchs mein Selbstvertrauen und ich erhöhte meine Preise. Im Verlauf des Jahres habe ich meine Preise verfünffacht, weil meine Arbeit es wert ist.»

Welches sind deine Wunschkunden?

«Meine ideale Wunschkundin ist smart und sensitiv und zwischen 40 bis Ende 50. Die meisten meiner Kundinnen sind selbstständig, etliche sind Coach oder Therapeut. Sie haben große Lebenserfahrung und stehen wie vor einer Hürde. Gemeinsam finden wir im Gespräch heraus, was sie aufhält, und räumen es aus dem Weg. Dabei gehen wir sehr in die Tiefe, forschen nach der Ursache und lösen die Hindernisse mit gezielten Übungen auf.»

Was motiviert dich bei deiner Arbeit?

«Meine Arbeit erfüllt mich vollkommen und macht mich sehr glücklich. Zu sehen, wie wir gut versteckte Blockaden entdecken und auflösen, wie Tränen der Erlösung fließen, ist einfach wundervoll. Meine Kundinnen fühlen sich frei und voller Energie und sind bereit, ihren eigenen Herzensweg zu gehen. Das ist so bereichernd.»

Elisabeths Einsteigertipp:

«Frag dein Herz, was es will, und stehe zu dem, was dich glücklich macht. Nach dem Abitur wollte ich Psychologie und Philosophie studieren. Weil ich dachte, das seien brotlose Künste und weil das Studium so lange dauerte, entschied ich mich für einen anderen Beruf. Ich wollte Geld verdienen und Zuhause ausziehen.

Heute folge ich meinem ursprünglichen Herzensthema und liebe es. Es kommt von innen heraus und erfüllt mich total. Wenn auch dir etwas sehr am Herzen liegt, folge diesem Weg. Probiere es einfach aus. Finde Menschen, die auf einem ähnlichen Weg sind wie du, und nimm dir professionelle Begleitung. Das ist der Turbo. Alleine wäre ich nicht so erfolgreich geworden in dieser kurzen Zeit und es geht immer weiter. Mit zwei oder drei Testkunden kannst du deine Business-Idee testen und sehen, ob es dir wirklich Freude bereitet. Und dann machst du weiter. Immer ein Schritt nach dem anderen.»

Hier geht es zu Elisabeths Webseite.