Dem Stürmen des Lebens können wir manchmal ausweichen.
Doch mit den Folgen müssen wir uns arrangieren. Es fragt sich nur wie. 

Eine gut geheizte Wohnung, genügend Esswaren und Lesestoff: Während das Sturmtief Burglind durch die Schweiz fegte, blieb ich gemütlich daheim. Tage später wurde allerdings auch ich mit den Schäden des Wintersturms konfrontiert: Auf gleich zwei meiner Jogging-Strecken in ganz unterschiedlichen Regionen versperrten umgestürzte Bäume den Weg.

Erst verdrehte ich innerlich die Augen. Musste das jetzt wirklich sein? Ich war verschwitzt und es pfiff ein kalter Wind. Doch dann musste ich doch lächeln: Wie passend zu Beginn eines neuen Jahres! Denn für mich ist klar, dass ich 2018 einige der breiten, bekannten und scheinbar sicheren Wege in meinem Leben verlassen will.

Der Umgang mit kleinen Hindernissen gibt uns einen Hinweis darauf, wie wir mit den großen Brocken umgehen, die uns das Leben in den Weg legt. Zum Beispiel:

• Denkst du „Upps, ein Wink des Schicksals“, drehst um und gehst nach Hause? Bloß keine Risiken eingehen.
• Beginnst du, das Hindernis gründlich zu analysieren, um dann umzudrehen „weil es so am vernünftigsten ist“? Verstand is king!
• Bleibst du geduldig stehen und hoffst darauf, dass sich das Problem von alleine löst? Es ligt alles nur an der spirituellen Einstellung.
• Kochst du schon nach zwei Minuten innerlich, weil du davon überzeugt bist, dass irgendjemand das Hindernis extra auf deinen Weg gelegt hat? Feinde lauern überall.
• Pochst du auf deine Rechte, dass „die Sache“ sofort in Ordnung gebracht wird? Denn das Hindernis hat schließlich rein gar nichts mit dir zu tun. Nicht das geringste.
• Setzt du alles daran, das Hindernis auf Teufel komm raus zu überwinden? Nimmst du dabei Blessuren und Gefahren in Kauf, weil du um keinen Preis vom Weg abweichen willst? Niemals. Das wäre doch gelacht.

Wenn du etwas ändern willst, lohnt es sich genau hinzusehen, wie du mit Hindernissen umgehst. Ich entschied mich übrigens beide Male dafür, die kleineren Baumstämme zu übersteigen. Durch die vielen Äste der gestürzten Baumriesen mochte ich mich aber nicht hindurchzwängen. Ich folgte kleinen Trampelpfaden durch den Wald, erlebte kleine Aha-Erlebnisse (mein Orientierungssinn lässt zu wünschen übrig) und fand meinen Weg ohne auf die Nase zu fallen. Es war anders als geplant, aber gut. Oder um es mit der amerikanischen (Weitwander-) Autorin Cheryl Strayed zu sagen: „Du bist der Weg und das Ziel.“

Und wie gehst du mit Hindernissen um?